Imaginary Heroes: Elsaß- Tour Tag 4 - Donnerstag, der 2. August
Tour im Elsaß

Der zweite Tag
(Donnerstag, der 2. August)
Morgens um neun Uhr benutzten beide für den Etappenbeginn den Bus nach
Bundenthal (neun Kilometer Entfernung). Dort kaufte man die Tagesverpflegung
ein, der hilfsbereite Gemischtwarenhändler dichtete Michaels leckgeschlagene
Trinkflasche ab, die beinahe ein Rucksackbad verursachte. Anschließend sorgten
die Burgruinen "Wegelnburg" und "Loewenbourg" für Abwechslung. Das "bourg"
deutet das Überschreiten der deutsch- französischen Grenze gegen Mittag beim
Kaiser-Wilhelmstein an (den Kopf meißelten die Franzosen aus). Die Mittagsrast
fand bei dem in unmittelbarer Nähe zur Grenze gelegenen "Maidenbrunnen" (einem
spärlich tröpfelnden Rinnsal) statt.
Danach ging es auf die Hohenbourg, die der Legende nach der Stammsitz der
heiligen Ottilie war, die von ihrem habgierigen Vater verstoßen wurde. Die in
der Nähe lebenden Bauern brachten sie in ein Kloster, aus dem sie sich als
Volljährige heraus schlich und ihren Vater zum christlichen Glauben bekehrte.
Nach dessen Tod begründete sie auf dieser Burg und dem nahe gelegenen und nach
ihr benannten Ottilienberg ein Nonnenkloster.
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Den Höhepunkt der Etappe stellte die Besichtigung der Burgruine Fleckenstein (Höhe: 360 Meter) dar. Diese im Kern aus dem 13. Jahrhundert stammende Festung thront auf einem 43 Meter hohen Felsen, dem zur Erschwerung der Besteigung noch eine Mauer vorgebaut war. In den roten Sandstein hineingemeißelte Zimmer vermitteln einen Respekt erheischenden Eindruck. Außerdem zeigt ein Museum Funde und Zeugnisse aus der mittelalterlichen Epoche. Bis zu dem kurz darauf folgenden Fleckensteiner Weiher herrschte im Wald angenehme Ruhe. Dort verursachten Radiogeräte auf einem Camping- und Badeplatz unnötigen Lärm. Die Behörden, proklamierten hier eine "zone d'silence", bezeichnenderweise trat aber die gewohnte Stille wieder erst außerhalb dieses befohlenen Ruhebereiches ein.
Vorbei an den Ruinen "Froensbourg", "Wasigenstein" und dem Zigeunerfelsen (bei dem sich der Aufstieg aufgrund windschiefer Treppen, enger Felsdurchlässe etc. mit den sperrigen Rucksäcken sich ziemlich waghalsig gestaltete) ging die Etappe noch über den "Felsenpfad" (hier laufen die Wanderer nach eigenem Gutdünken einer willkürlich in die Landschaft gesetzten Markierung nach und trampeln dabei mehrere parallel laufende Pfade aus) nach Obersteinbach, ihrem Endpunkt. Dort fanden beide nach längerer Lauferei Unterkunft in einer privat betriebenen Jugendherberge "gite d' etape" genannt. Diese zeichnete sich durch eine günstige Lage, sowie durch eine nützliche Küche aus.
Wetter: sonnig und sehr warm
Höhenunterschied: 330 Meter
zurückgelegte Wegstrecke: ungefähr 28 Kilometer
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