Imaginary Heroes: Elsaß- Tour Tag 3 - Freitag, der 3. August
Der dritte Tag
(Freitag, der 3. August)
Weil der von Michael am Vorabend aufgespürte Kramerladen plötzlich erst um
1000 öffnete, unternahm man eine Rundtour zur Ruine Klein Arnsberg und zum
Wachtfelsen. Davon zurückgekommen, warteten beide geduldig auf die Öffnung des
"Magasin General" von "Albert". Der Einkauf verzögerte sich unerwartet, denn
Albert mußte erst seine mitgebrachten Baguettes verstauen, zweimal betanken
und aus seiner Unordnung mußte er jedes Mal mühsam den gewünschten Artikel
hervor kramen und dann den Preis auf einer vorsintflutlichen Rechenmaschine
auswerfen. Schließlich und endlich gelang um 1100 der Abmarsch in Richtung
Dambach auf einer mäßig ansteigenden Straße über die Ruine Schöneck. Auf
dieser zugewucherten ehemaligen Burg (laut Elsassführer die besterhaltene
Ruine in den Vogesen) würde Mittagsrast gehalten und beiden drängten dort
lagernde Pfadfinder ein übergroßes, seltsam riechendes Stück Käse auf. In
Dambach legte man eine weitere Pause ein und auf dem Grand Wintersberg wartete
eine interessante Aussicht. Der auf diesem Gipfel stehende, 25 Meter hohe Turm
wurde alsbald bestiegen, beide erreichten ihn durch eine geschickt gewählte
Abkürzung weit vor einer einem Bus entstiegenen Horde tirolerischer Touristen.
Leider entzog der Nebel dem Betrachter den gegenüberliegenden Schwarzwald. Gegenüber auf der Deutschen Seite erkannte man einen riesen Unterschied zu Frankreich. Soweit das Auge reichte, erkannte man Windkraftanlagen und entlang des Rheines standen die Häuser mit Solardächern wir Perlen auf einer Schnur aufgereiht. Nicht sichtbar und sehr vereinzelt wagten sich die Franzosen an Erdwärmepunpen und das machte in manchen Hotels spürbar Spaß, weil die Zimmerpreise dadurch niedriger waren.
Danach lag die Ortschaft Phillipsburg auf dem Weg, in der beide Unterkunft zu
finden hofften. Das schon auf der lothringischen Seite der Vogesen liegende
Dorf fiel durch seinen heruntergekommenen Charakter auf - die Bettsuche endete
leider vergeblich. Die Etappe verlängerte sich unfreiwillig bis Baerenthal,
das eine dreiviertel Stunde später mit hängenden Köpfen erreicht wurde,
besonders weil mehrere Versuche scheiterten, per Anhalter sich die Mühe des
Weges zu ersparen. Dort bezogen beide das letzte freie Zimmer im Hotel „aux
deux clefs". Dies meint nicht zu den zwei Kläffern, sondern „zu den zwei
Schlüsseln".
Wetter: anfangs heiter und warm, abends Gewitter mit Sturm und Regen
Höhenunterschied: 380 Meter
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